Presseberichte "Carmina Burana"
Carmina Burana auf der Freilichtbühne Hülzweiler
Kühl aber trocken, hieß die Prognose der Wetterfrösche für das Konzert-Event am Freitag, dem 13. Juni auf der Freilichtbühne Hülzweiler. Doch auf diese Prognose verstanden sich die 900 Konzertbesucher einzurichten. Mit Sitzkissen versehen und eingehüllt in warme Wolldecken, erlebten die Zuhörer, unter der musikalischen Gesamtleitung von Prof. Leo Krämer eine ?Carmina Burana? Aufführung, die ansprechender, als auf dieser wundervollen Naturbühne wohl kaum inszeniert werden konnte.
Sowohl optisch, als auch musikalisch wurden die Besucher schon vor Beginn mittelalterlich eingestimmt von den Skumryttern, einer gewandeten Gruppe von der Festung Siersburg und ihrem Dudelsackpfeifer, dessen Klänge vom Wald her in den Bühnenbereich schallten.
Im ersten Teil, eröffnete der international bekannte Pianist Wolfram Schmitt-Leonardy am Flügel den Konzert-Abend mit der grandiosen Kadenz der ?Fantasie c-Moll? von Beethoven, in dessen sensibles Spiel sich das Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern, unter dem Dirigat Krämers, nahtlos einfügte und ein Hauptthema entwickelte, welches der Chor im Anschluss einfühlsam und ?schmeichelnd hold? aufnahm und im Versmaß weitergab. Unverkennbar die Harmonisierung, die diesem Werk letztendlich den Ruf einer kleinen Neunten einbrachte.
Doch nach der Pause hätte sich das Glücksrad der Göttin Fortuna nicht günstiger drehen können, denn es gelang den Akteuren mit der ?Carmina Burana? eine Darbietung, die eine alle Sinne ansprechende Bezauberung hervorrief.
Mit 120 Sängerinnen und Sängern gelang es dem Philharmonischen Chor, zusammen mit dem Chor der Saarländischen Bachgesellschaft, Mitgliedern des Speyerer Domchores und dem Gastchor Jung & Sing aus Hülzweiler, schon im Prolog ?O Fortuna? die elementaren Wirkungskräfte der Musik einzusetzen, die Orff sofort nach Ansicht der ?Lieder aus Benediktbeuren? vor Augen hatte.
Bis auf die höchsten Ränge wurde jeder Ton, dank der hervorragenden Akustik der Freilichtbühne, aber auch der hervorragenden Artikulation im Chor, noch im kleinsten Piano gehört, und die mitreißenden, oft folkloristischen Klänge des jungen aufstrebenden Sinfonieorchesters Kaiserslautern begeisterten ebenfalls die Konzertbesucher.
Absolut überzeugen konnten die Solisten: allen voran Tenor Vincenzo Di Rosa als ?gebratener Schwan?; der trunkene ?Abt des Schlaraffenlandes? Vinzenz Haab sinnierte im Bariton sehr anschaulich über die Ausschweifungen des Lebens, und Stefanie Dasch bezauberte mit ?In trutina?, einem ariosen Sopransolo, welches selbst Amor zum hinschmelzen gebracht hätte.
Doch als der Kreis sich schloss und der stimmgewaltige Chor mit ?O Fortuna? wieder an den Ausgangspunkt zurückkehrte, konnte es keinen krönenderen Abschluss geben, als ein in die Musik und den Theaterraum mit integriertes Feuerwerk, dessen Faszination sich niemand auf der Waldbühne entziehen konnte. Tosender Applaus der Zuhörer galt sowohl den 200 Akteuren, als auch den Event- Planern der Gemeinde Schwalbach als Bestätigung, dass dieses unvergessliche musikalische Abenteuer gelungen war.
Quelle: www.schwalbach-saar.de



