Im Lebensgefühl der Jungen

Der Chor "Jung & Sing" im Gemeindesaalbau Schwalbach

Schwalbach (hl). Das Konzert, das der Jugendchor "Jung & Sing" im Rahmen des Kulturprogramms der Schwalbacher Gemeinde im Gemeindesaalbau gab, unterstrich in eindrucksvoller Weise das kulturelle Bemühen der jungen Sängerinnen und Sänger um Chorleiter Uli Linn. Der Chor hat schon oft auf sich aufmerksam gemacht. Nicht zuletzt aus diesem Grund hätte man sich eine weitaus größere Zuhörerschaft gewünscht. Gut hundert Konzertbesucher sind da zu wenig. Wird nicht immer behauptet, dass die junge Generation nicht für die Liedpflege zu gewinnen sei? Der im Gemeindebezirk Hülzweiler 1990 aus der Taufe gehobene Jugendchor hat weitaus mehr Beachtung verdient, auch wenn er teilweise einen anderen Weg beschritten hat wie die Traditionsvereine in Sachen Chorgesang. Sechzehn Darbietungen standen auf dem Programm. Doch lediglich "Der tierische Sängerwettstreit" (Der Kuckuck und der Esel) war dem muttersprachlichen Liedgut entnommen. Er trat den Beweis an - wie in der Moderation gesagt - "dass wir auch deutsche Literatur singen können" . Was in diesem Konzert deutlich wurde, könnte man als Lebensgefühl der jüngeren Generation bezeichnen. Deshalb erschien die Frage eines treuen Konzertbesuchers, "wo ist die jüngere Generation an diesem Abend?" , durchaus berechtigt. "Die jungen Leute singen gekonnt und diszipliniert" , sagte der Sängerkreisvorsitzende Dieter Ettelbrück, der ebenso wie der Präsident des Saar-Sängerbundes, Hermann-Josef Hiery, und Steffen Hällmayr, Jugendreferent und stellvertretende Kreischorleiter, zum Konzert gekommen war. Ihr Lob galt nicht allein den Sängerinnen und Sängern und ihrem Repertoire, sondern auch dem Pianisten Angel Jabega, der am Flügel ein einfühlsamer Begleiter war. Sonderapplaus verdienten sich Bettina Wilhelm (Alt), Stefan Wilhelm (Tenor) und Lars Brausch (Bass). Der verdiente, herzliche Applaus nach dem "We are the world" zum Ausklang dürfte dem Jugendchor "Jung & Sing" gezeigt haben, dass die Besucher das Konzert zu würdigen wussten.

Saarbrücker Zeitung vom 19.05.2000