1999 - Konzert mit dem jungen Chor Dieburg

Das erste abendfüllende Konzert von Jung & Sing fand im Juni 1999 statt. Als Partnerchor hatte man - über's Internet - den jungen Chor Dieburg gefunden (aus der Nähe von Darmstadt). Im Bergmannsheim Ensdorf sorgten beide Chöre für einen abwechslungsreichen Abend. Im November folgte dann ein Gegenbesuch von Jung & Sing in Dieburg.

Hülzweiler "Jung & Sing" machte seinem Namen beim ersten großen Konzert alle Ehre

Früchte einer Partnerschaft mit einem Chor aus dem Odenwald, die im Internet begann - Veranstaltung im Bergmannsheim Ensdorf

Ensdorf/Hülzweiler (hl). Bei seinem ersten größeren Konzert, das im Ensdorfer Bergmannsheim stattfand, landete der Hülzweiler Jugendchor "Jung & Sing" einen Volltreffer. Nicht nur, daß der Ensdorfer Traditionssaal überraschend gut besetzt war, sondern auch die gesangliche Leistung der jungen Sängerinnen und Sängern um Chorleiter Uli Linn stimmte und ließ den Abend zu einem einprägsamen Erlebnis werden. "Der junge Chor mit Pep" stand auf dem Choremblem auf der Bühne zu lesen, und - das sei vorausgeschickt - es war eine Festlegung, die im Konzertverlauf auch vielfach unter Beweis gestellt wurde! Es war aber nicht nur der in Hülzweiler beheimatete Jugendchor, der mit seinem Können imponierte, sondern man hatte mit der Einladung des "Jungen Chores Dieburg" mehr als einen guten Griff getan. Beide Chöre - so war zu hören - haben sich per Internet "kennengelernt" und Verbindung miteinander aufgenommen. Das gemeinsame Konzert im Ensdorfer Bergmannsheim bot nun Gelegenheit, die angebahnte Freundschaft mit dem Chor vom Rand des Odenwaldes weiter zu vertiefen. Diese Freundschaft dürfte beiden Klangkörpern etwas bringen, zumal die Gäste, die bereits seit zwölf Jahren ihrer kulturellen Aufgabe mit hörbarem Erfolg nachgehen, sich mitunter so perfekt präsentierten, daß der jubelnde Beifall der Konzertbesucher hochverdient war. So wurden - um nur diese Beispiele zu nennen - im ersten Teil u.a. das Madrigal "Capricciata" von Banchieri (um 1600) und die Klänge des "Elijah Rock" in einem Arrangement von Hairston zu Gradmessern des breitgefächerten Könnens des Dieburger Jugendchores. Es waren zwei kleine, aber rundum feine Jugendchöre, die sich vorstellten. Beide sangen mit jeweils zwanzig Sängerinnen und Sängern, und beide zeigten einen Weg auf, wie man an der Schwelle zum neuen Jahrtausend auch in der jungen Generation die Freude am Chorgesang verankern kann. Dass sich dabei die Jugendchöre auf die "weltbeherrschende" Literatur in englischer Sprache stürzen, muß man ihnen nachsehen. Nur für die Zuhörer wird es eben (etwas) schwer; denn ein (Groß-)Teil der Konzert-Besucher muß sich - in Unkenntnis der englischen Sprache - mehr oder weniger dem melodiösen Klanggewebe hingeben. Da war der vom Hülzweiler Chor ins Programm eingeschleuste "Millionär" schon mehr als eine Zugabe in Deutsch. Das für das Konzert zusammengestellte Programm war breit gefächert, und "Jung & Sing" , das sich unter der sicheren Leitung von Uli Linn ständig zu steigern wußte, überzeugte im ersten Teil neben "California Dreaming" und dem Lojeski-Arrangement "Best of the Beach Boys" u.a. mit "The Music of Elton John" und der durch schnelle Wechsel gekennzeichneten "Bohemian Rhapsody" . Erwähnung verdiente nicht nur die feinfühlige Klavierbegleitung durch den Pianisten Raffael Porras, sondern auch die gesangliche Leistung der Solistin Bettina Wilhelm in "The Shoop Shoop Song" sowie von Christian Donie und Stefan Wilhelm in der Elton-Komposition zu "The Lion King" sowie Lars Brausch im "Hallelujah" aus der Feder von G.F.Händel. Der "Junge Chor - Dieburg" unter seinem Chorleiter Werner Utmelleki, der als Berufsmusiker einen sicheren Kurs steuert, ist längst aus den Kinderschuhen heraus. Mit einem Dutzend Songs wurde dies eindrucksvoll demonstriert, und es waren nicht nur "Mister Sandmann" , die "West Side Story" oder die Melodienfolge "Andrew Lloyd Webber in Concert" , die den Gästen stürmischen Beifall einbrachten. "We are the World" klang es zum Ausklang gemeinsam von beiden Jugendchören durch das Bergmannsheim.

Saarbrücker Zeitung vom 18.06.1999